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Archive for August 2012

Mal gucken, entweder wird das hier jetzt ein mammut-text, oder das gegenteil. Je nachdem, an was ich mich so erinnern kann. 😉

Kindheit, Jugend

Also als kind mochte ich immer schon alle tiere. Hab damals z.b. so tierbilder aus der fernsehzeitung ausgeschnitten, alle. Aber hunde und katzen mochte ich wohl am liebsten. Natürlich hatten wir dann auch haustiere, also katzen. Eben so das normale, „tierliebe“ leben.

Kann mich aber auch an eine unterhaltung mit onkel und tante erinnern, wo ich ihnen sagte, dass mir tiere wichtiger sind als menschen. Also ich glaube sie hatten gesagt, dass man eher ein pferd als einen menschen töten sollte/ könnte. Ich fand beide gleichwertig.

Dann gab es noch was. Also einmal habe ich mit meiner tante (derselben wie oben) und meiner mutter eine kindersendung gesehen, in der jemand ein kleines hausschwein hielt. Naja, und das hat er dann am ende selbst aufgegessen. Sollte wohl irgendwie lustig sein. Ich hab dann doll geweint (war glaub ich so ca. 6), und wollte kein schweinefleisch mehr essen. Mutter und tante haben versucht, mich zu trösten, fanden es aber auch lustig. Also meine tante meinte dann so in etwa, dass sich meine mutter ja beim sender beschweren könne, von wegen „mein kind will jetzt kein fleisch mehr essen“. Diese erinnerung kam mir neulich (u.a. deshalb schreib ich den text hier jetzt), und so im rückblick find ichs schon heftig, dass den beiden da kein licht aufgegangen ist, und sie sich auch noch drüber lustig gemacht haben.

Ach, meine mutter ist übrigens inzw. vegetarierin, meine tante, plus mann und kind, stopft sich das fleisch immernoch rein. Hatten deshalb auch ein paar diskussionen über mail, aber habs bald aufgegeben. Wichtig ist aber wohl, dass ihr sohn ganz doll „christlich“ aufwächst, wegen der traditionen und so. nunja. 😉 persönlich glaub ich nicht, dass jesus ständig fleisch gegessen und wein getrunken hat, das passt irgendwie so garnicht.

Ich hab diese szene nie ganz vergessen, hab aber wohl relativ bald danach wieder schweinefleisch gegessen. Also, in dem alter verändert sich ja alles sehr schnell, und es sind andere sachen interessant. Aber ich mochte eig. immer lieber fleisch, das nicht mehr ans tier erinnert, also möglichst in eckiger form oder so. „Steak blutig“ oder so fand ich immer schon widerlich. Oder eben seit dieser sendung, ich weiß nicht genau.

Ach doch, hühnchen hab ich sehr gern gegessen, also so halbe hähnchen, die gabs bei primus (?), also heute heißt das ding „real“, eben so ein großer supermarkt. Das war immer was ganz besonderes, auch noch warm und so. Ich hab am liebsten dann die haut gegessen, weil da das ganze gewürz drin war (hat sich nicht viel dran geändert, gut gewürzte sachen mag ich immernoch sehr gern). Mein bruder fand das glaub ich immer eklig. 😉 verständlich. Naja, und ich hab nie so knochen abgenagt oder so, also immer nur soweit gegessen, bis die knochen noch nicht sichtbar waren.

Aber ich hab schon relativ viel fleisch gegessen, denk ich. Also eben in form von würstchen, leberwurst, salami und sowas (und auch das hat sich nicht soo doll verändert, also jetzt eben in form von wheaty spacebars und so). Und natürlich salami-pizza, scheibletten-käse usw., also eben sachen, die möglichst schon fertig waren. Achja, und fischstäbchen und pommes frites aus der versifften friteuse, das war auch was ganz tolles. 😉

Ja, ich weiß nicht. Ich glaub in diesen jahren war „vegetarisch“ für mich (und meine familie) praktisch salat mit nix weiter, also eher diät oder so. Bzw., ich weiß nicht mehr, ob ich mir als jugendlicher je gedanken über die schlachttiere usw. gemacht hab. Also, im nachhinein wär ich froh gewesen, wenn mich da mal ein „fanatischer veganist“ angesprochen hätte. 😉 aber, viell. wärs für mich auch noch zu früh gewesen. Aber im „tierschutz“ war ich schon früh „aktiv“, also hab an den wwf und andere organisationen mein taschengeld gespendet. Nur war das eben immer nur für exotische tiere, die „vom aussterben bedroht“ sind und sowas.

Ich war auf jeden fall in einem omnivoren umfeld, und da kommt man irgendwie garnicht auf die idee, dass man was falsch machen könnte. Die tierfabriken sind ja weit weg, außerdem lief auch immer der fernseher, der einem ja sagt, dass man die tolle wurst doch unbedingt kaufen soll.

Auszug, Studium

So mit 21 bin ich dann ausgezogen, musste also meine sachen selbst einkaufen. Natürlich gings weiter mit pizza, mikrowellen-essen, gummibärchen usw.

Kann mich noch dunkel dran erinnern, dass ich damals ein paar dokumentationen über tiertransporte gesehn hab. Das fand ich nicht in ordnung, und hab mich drüber geärgert, also über die quälerei und so. Es wurden dann auch tierschützer gezeigt, die diese transporte verfolgt und angezeigt haben. Naja, und dann wurden diese lkws eben von der polizei kontrolliert, und irgendwie hatte man dann wieder ein halbwegs gutes gewissen. Bzw., irgendwie hab ich den zusammenhang zw. meiner salami-pizza und dem gezeigten nicht erkannt. Oder besser: es dämmerte mir, aber ich habs eben einfach verdrängt, weil ich hunger hatte, und die alternative war ja ein salatkopf ohne alles.

Achja, ich hab zu der zeit auch hin und wieder die idee gehabt, meine ernährung auf „gesünder“ umzustellen. Also hab ich einfach mehr obst und gemüse gekauft. Nur, zuhause hatte ich dann die wahl: pudding und pizza, oder ne karotte schälen… Ergebnis: viel obst und gemüse im bio-müll.

Ja, und es gab da so eine bestimmte wurst-sorte, mit champignons drin, die fand ich toll. Und die ferdy fuchs wurst. Also eben möglichst steril abgepackt und stark verarbeitet. Hat auch einfach nur salzig geschmeckt, so mochte ich das.

Ich frag mich grad, wieso ich nicht früher vegetarisch wurde, erstaunt mich grad ein bisschen selbst. Aber wie gesagt, gibt da mehrere faktoren, die ich nachvollziehen kann.

2007, Schweiz: Vegetarier

Sprung zu 2007, auslandssemester in basel (schweiz), hoch-zeit von studivz, viel meditiert.

Weiß nicht mehr genau wie, aber ich hab da paar junge leute kennengelernt, die einen vegan-vegetarischen stammtisch gründen wollten. Fand ich gut, außerdem dacht ich, ich könnte so leute, und natürlich frauen, kennenlernen. ja, also große freundschaften hat das nicht ergeben, irgendwie mochten die schweizer mädels den grimmigen deutschen nicht besonders, wohl auch, weil ich eben noch kein veganer war, und auch immer schön in meiner braunen lederjacke zu den treffen kam (die hab ich übrigens immernoch, trau mich aber immer weniger, sie anzuziehen ;)). Also, das ist jetzt meine vermutung. Jedenfalls hab ich gespürt, dass die mich nicht mochten. Auch waren es relative hardliner (so ähnlich wie ich jetzt selbst einer bin ;)), und ich muss sagen, dass mich das durchaus abgeschreckt hat. man fühlt sich minderwertig und schuldig, und weiß garnicht, was man denn getan haben soll. Kein schönes gefühl.

Wir haben dann ein paar mal flyer verteilt, stände gemacht, und einmal haben sie sogar eine leinwand aufgestellt, und ein video aus einem schlachthof gezeigt (so, wie das jetzt z.b. das „grunzmobil“ in deutschland macht). Ja, also ich glaub dieses video war so der hauptauslöser für mich, vegetarisch zu werden. Das video war wirklich schlimm, und ich kann mich immernoch ganz gut dran erinnern.

Ja, und dann? Also, wie gesagt, ich mags praktisch. Also hab ich einfach sehr viele käsebrote gegessen. 😉 Und wohl hin und wieder auch noch salami-pizza, weil da sind ja nur so 5 wurstscheiben drauf. Naja, und natürlich: joghurt, pudding, quark. Ist ja im supermarkt nicht schwer, sich nur von diesen sachen zu ernähren. Hab manchmal das gefühl, 1/3 des ladens besteht nur aus dieser (kujmilch)abteilung.

Aber eig. war es doch echt ne schöne fügung, in der schweiz vegetarisch zu werden, weil da gibts tolle vegetarische sachen, die es in d. nicht gibt. Z.b. „quorn“, also vleisch und vurst aus pilzen, aus england. Und vegetarische fertig-reisgerichte. Dass quorn nicht vegan ist, wurde mir dann natürlich auch gleich von den schweizer veganern gesagt. Fand ich bisschen frustrierend.

Achso, und ich hab da soja-milch kennengelernt, und war total begeistert. Hab mir sogar so einen sojamilch-maker geholt, war mir aber bald zu aufwändig. Fands toll, sozusagen eine eigene kuh im schrank stehen zu haben. 😉

Mir wurde in den nä. jahren aber immer mal wieder kotzübel, magenkrämpfe usw., bis ich irgendwann verstand, dass ich eine soja-allergie hab. Dauert aber immer so ca. 1 tag, bis der effekt eintritt. Hat sich paar mal wirklich wie sterben angefühlt. Keine schöne sache.

2009: Veganer

Ja, also vegetarier zu werden war nicht soo schwierig. Konnte auch ganz gut weiter „fastfood“ essen. So ging das dann 2 jahre lang. 2009 war ich dann viel bei studivz unterwegs, und bin über einige filme, u.a. „earthlings“ und vorträge von prof. veith über milch gestolpert. Außerdem sah ich die gruppe „vegetarier sind mörder!“, kam ins überlegen, und trat bei. Glaub das waren so die hauptauslöser. Und natürlich hatte ich ja eh schon 2 jahre mehr oder weniger ein schlechtes gewissen, weil ich wusste, dass die veganer in der schweiz das auch hinkriegen. Aber ich habs mir einfach zu schwer vorgestellt.

Ich glaub das ging dann so zusammen, also hab bei studivz mitgelesen und geschrieben, und das dort gelernte dann in meinem leben umgesetzt. Immer so schrittchenweise, weil veganer werden ist doch ein anderes kaliber.

Also kuhmilch böse, das hatte ich schnell verstanden. Aber… die ist ja überall drin! 😉 also nix müllermilch mehr, keinen milchreis mehr, keinen joghurt, keinen pudding, keine käsebrötchen mehr beim bäcker!? Das war nicht so einfach. Am längsten hatte sich bei mir als vegetarier auch die (selten erlaubte) lachs-pizza gehalten, die war jetzt doppelt böse, wegen dem käse. 😉

Ja, und jetzt wurde es dann doch langsam spannend. Also ich hatte über einige monate tatsächlich komische träume, weil etwas in mir wohl panik bekam. Sehr froh war ich über die „alternativen“, also das ganze soja-vleisch, yofu und sowas. Davon hab ich in der zeit wirklich viel gekauft, und konnte diesen teil in mir damit ganz gut austricksen sozusagen. Zum glück bin ich diszipliniert und einfach stur, sonst hätt ichs viell. doch irgendwann aufgegeben.

Schwer war auch, feststellen zu müssen, dass die harmlosen bunten gummibärchen (die früher wohl so 30% meiner lebensmittel dargestellt hatten) nichtmal vegetarisch sind. Was für eine perverse welt, in der jemand schlachtabfälle bunt anmalt, und sie dann an kinder verkauft. Natürlich hab ich dann auch da händeringend nach alternativen gesucht.

Kochen lernen…

Ja, und früher oder später musste ich dann eben doch noch kochen lernen. Spätestens, als ich verstanden hatte, dass ich eine (heftige) soja-allergie habe, und nichtmal mehr pudding drin war.

So ab 2010 war bei studivz nicht mehr viel los, und ich wechselte, wie viele andere, zu facebook. Wo ich dann ständig in meinem status den leuten erzählte (mach ich immernoch), was ich gerade heraus gefunden hab, zum ersten mal selbst koche, bzw. bastle, usw. Nach und nach bin ich dann immer mehr fb-gruppen zum veganismus beigetreten, und hab dabei täglich mehr gelernt. Z.b. mach ich jetzt gern mal „veganes mett“ aus reiswaffeln.

Ein veganes kochbuch hab ich mir übrigens nie gekauft, und werds wohl auch nie. Ich find auch den ganzen hype um die veganen „promi-köche“ und sportler ziemlich albern und nervig. Also ich persönlich finde intelligente menschen (z.b. geisteswissenschaftler oder redner) interessanter, als welche, die eben gut kochen oder gewichte heben können. Aber naja, wenns der bewegung hilft, solls mir ja recht sein. 😉

Habs auch immer mal wieder mit reiner rohkost versucht, klappte aber nie, also hab dabei immer sehr stark abgenommen. Aber insgesamt ess ich momentan soviel obst und gemüse, wie wohl noch nie in meinem leben. dabei mag ich momentan besonders fertige smoothies sehr gern. Fastfood halt. 😉 bin aber schon dabei, mal welche selbst zu basteln. Und ich kann inzw. kokosnüsse öffnen. 😉 Hab schon seitan selbst gemacht, mir einen namen für kokosnussmilch („kilch“) ausgedacht, usw. usw.

Ja, und hab dann auch die veganen online-shops kennengelernt. Erst „vegan wonderland“, und jetzt bestell ich relativ regelmäßig bei „vegan total“ (weil vegan wonderland nicht an die packstation liefert). Das ist schon echt cool, was die da alles verrücktes haben. Aber eben auch ziemlich teuer, weil ja meistens bio und so. aber ist immer wieder cool, wenn so ein paket kommt. 🙂

Vegane Gruppen

Achso, ich hab dann auch als veganer versucht, mich wieder einer gruppe anzuschließen, zum flyer verteilen oder so. diesmal in dresden. Naja, wer meinen blog kennt, weiß, was ich von der stadt und ihren einwohnern halte. 😉 hier geht halt einfach nix. Gibt hier z.b. eine „free tibet“-gruppe, die so aus 5 leuten besteht, die peinlich drauf achten, dass auch niemand mitkriegt, wann sie sich treffen, und die neue mitglieder scheinbar garnicht haben wollen. So ist das hier praktisch bei allen gruppen und initiativen. Man bleibt gern unter sich, und damit bleiben die gruppen winzig und ineffektiv. Naja, und ich habs auch nicht so mit dem „menscheln“, und kann mich schlecht in gruppen „einfügen“.

Ich hab mich dann nach mehreren enttäuschungen und streits mehr auf online verlagert, also bei studivz und facebook werbung für die treffen gemacht, versucht, die kleinen splittergruppen zu vernetzen und so. da hab ich sehr viel zeit und energie reingesteckt, gebracht hat es wohl nicht sehr viel. Jedenfalls hab ich nie ein „danke“, oder lob bekommen, eher das gegenteil. 😉

Aber immerhin gibt es jetzt einen regelmäßigen vegan-veget. stammtisch vom vebu, da bin ich auch ein paar mal hingegangen. Glaub es gibt hier jetzt so ca. 6 versch. gruppen, die alle irgendwie vor sich hin basteln, und manchmal ganz coole aktionen hinkriegen, nur sinds eben wenige leute, aber wird wohl langsam.

Aber ich glaub im allg. ist das eben so bei den veganen gruppen, oder eben bei allen gruppen, vereinen, whatever. Viele gründen schon nach ein paar streits direkt ihre eigene gruppe (off- oder online), und so entstehen immer mehr. Aber, wenn man sich z.b. mal die religionen und ihre versch. untergruppen ansieht, ist das wohl einfach die menschliche natur.

Ich bin z.b. auch lieber selbst „admin“ in meiner kleinen „kokovorismus“-gruppe, als mich in einer größeren gruppe ständig von admins, die mich nicht mögen, wegen irgendwas gängeln oder sogar rauswerfen zu lassen, wie es ja bei fb ständig passiert. Machtmißbrauch ist da an der tagesordnung. Gibt eben keine „admin-prüfung“ oder so. 😉

Vegane Organisationen

Ja, und hab auch versucht, bei der „veganen gesellschaft deutschland“ mitzuarbeiten. Also, wollte die als religionswissenschaftler beraten und so. aber naja, daraus wurde natürlich nie was. Nur einmal kam der a.s. von der VGD nach dresden, und wir haben einen kleinen stand gemacht bei so einem sommerfestdings.

Naja, der ist ja jetzt beim VBL, oder VLB, wie auch immer dieser neue verein jetzt heißt. Ach, BVL! Glaub jetzt hab ichs. Könnte gugeln, aber so isses authentischer und lustiger. 😉 vergess dieses kürzel wirklich immer wieder. ja, dasselbe spiel, auch denen hab ich gesagt, dass ich für sie den religionsexperten machen könnte, kam fast exakt dieselbe antwort, also „ach, das ist ja super! Wir behalten das mal im hinterkopf!“ 😉 lol

Wobei das beste dabei noch ist, dass eine fb-bekannte, die ausdrücklich nix mit VGD und co. zu tun haben wollte, und meinte, dass sie sowas nicht braucht, die person war, die mir dann im namen des neuen bvl diesen „halben korb“ gegeben hat. 😉

Aber ich glaube damals hatte sie recht. Wenn man schon vegan ist (auch wenn nicht), braucht man diese leute, die sich alle ziemlich wichtig nehmen, eig. nicht. Ich bin meine eigene vegane bewegung, „one man army“ sozusagen. Aber natürlich erreichen sie viel für die gesellschaft als ganzes (oder zumindest hoff ich das), das ist schon cool.

Der gründung des bvl war übrigens ein großer streit innerhalb der vgd vorausgegangen, das ging paar wochen/ monate online ziemlich ab. also, falls da jemand nicht so im thema ist. Sozusagen ist damit auch der bvl wieder eine abspaltung von einer anderen größeren veganen organisation.

Kleidung

Auch meine kleidung hat sich etwas verändert (also ich mein davon abgesehn, dass ich meine „alles schwarz, gothic“-phase lang hinter mir hab ;)). Also leder kauf ich nicht mehr, außerdem hab ich hier und da jetzt ein paar veganer-buttons, einen gürtel mit „message“, und das (in der szene schon bekannte) „vegans means“-shirt.

Ja, auf bio und fairtrade bei lebensmitteln, und jetzt sogar auch bei kleidung, zu achten, ist so meine neueste „errungenschaft“. Also, das war ein ziemlicher kampf, weil die fairtrade-kleidung ja nunmal deutlich teurer ist (bzw., die konventionelle ist viel zu billig). hatte sogar schon ein shirt mit „vegan“-aufdruck bei ebay ersteigert, aber dann lange bei facebook mich aufklären lassen, wiederum mit ein paar youtube-filmen. Ja, und als der ebay-verkäufer mir dann noch auf meine nachfrage geantwortet hat, dass es ausgerechnet aus bangladesh kommt, wars mir doch zu blöd, und ich hab die bestellung storniert.

Naja, ich kauf ja nur ca. alle 10 jahre mal neue kleidung. 😉 muss ich mal gucken, wie das so funktioniert. Graut mir aber jetzt schon davor, z.b. nach fairtrade-strümpfen zu suchen usw.

Ist jetzt insgesamt ne lustige mischung, also wenn ich mit osho-mala, vollbart und veganismus-shirt rumlaufe, bzw. rumsitze und meditiere. 😉 gesamtkunstwerk.

Außerdem kauf ich (nachdem ich online mal wieder eins auf den deckel bekommen hatte) nur noch recycling-taschentücher. Dafür muss ich zwar jetzt immer zu dm laufen, weils die sonst nirgends gibt, aber ist ok. Dm ist sowieso super für veganer, z.b. auch für veganes shampoo (nochmal ein eigenes thema) usw. *werbung werbung* 😉

Ja, ich denke, vegan sein ist auch ne ständige weiterentwicklung. Es geht ja um befreiung von tier und mensch (!), und zu dem ganzen gehört mehr als nur essen.

Details

Ja, im moment bin ich so an den details bei den lebensmitteln, also ob saft auch nicht unvegan geklärt wurde und sowas. Und ich hab ein schlechtes gewissen, wenn ich cashews bei netto kaufe, weil nicht fairtrade. Alles in bio kaufen ist eben doch teurer. Tja, es geht halt immer weiter. Ich geh jetzt sogar manchmal hier auf märkte, und kauf da gemüse. Für mich ist das echt ein großer schritt. 😉

Ja, und sind hefeextrakt und fluorid jetzt ungesund, oder nicht? Und darf man produkte mit palmöl kaufen? da gehts dann in die details, und man kann viel zeit mit langen diskussionen verbringen. 😉

Achso, und sogar plastik kann tierfette enthalten. Da gabs neulich auch diskussionen drüber, nämlich wegen zahnbürsten. Jetzt gibt es welche aus holz, oder bambus oder so.

Activist!

Ja, und seit ner zeit markiere ich mein revier auch mit veganen aufklebern (hier gibts ja z.b. genug nazi-aufkleber, die man überkleben kann). Hab sogar schonmal ein werbeplakat besprüht und beklebt, bei nacht und nebel. 😉 aber naja, war meine erste „sprayer“-aktion, und die sprühdose nicht so gut dafür geeignet. Aber, man tut was man kann, jeder auf seine art.

Vegane Revolution

Ja, und anfeindungen, bzw. diskussionen mit leuten, die gerne totes fleisch essen, gab es in all den jahren natürlich auch immer öfter. Ich finde diese konflikte spannend, weil ich denke, dass da tatsächlich eine vegane revolution stattfindet, die immer stärker wird. natürlich gibt es menschen, die einfach zu dumm, eingefahren oder schwach/ disziplinlos sind, um sich zu verändern. Aber ich bin mir sehr sicher, dass dem veganismus die zukunft gehört. Wenn die bewegung weiter so schnell und stark wächst, könnte wirklich eine neue, bessere zeit anbrechen.

Nett sind natürlich auch die „nebeneffekte“, wenn man versucht, sich empathisch zu ernähren/ zu leben. also ich fühl mich ziemlich fit, seltener depressiv, auch „klarer“, was mir bei der meditation hilft. Man kann besonders bei rohkost den unterschied wirklich direkt spüren. Also neulich bin ich mal wieder stundenlang quer durch berlin gelaufen, „powered by“ nur so 3 smoothies. Das ist schon ziemlich cool.

Ich bin übrigens auch der meinung, dass spirituelle entwicklung und veganismus zusammen gehen. Also, wer z.b. viel meditiert, wird früher oder später auch vegetarier, oben eben veganer. Wenn sich das bewusstsein klärt und man etwas „wacher“ und bewusster wird, mag man einfach irgendwann nix mehr vom tier essen.

Ja, und man lernt (z.b. über facebook) viele veganer kennen. So hab ich z.b. meine freundin gefunden. Und hin und wieder gibts nette events, wie die sommerfeste. Also, wenn man sowas mag. 😉 natürlich gibts auch in der veganen szene viele vollidioten, bzw. einfach menschen, die sich nicht vertragen, aber das ist ja überall so. veganer sind leider nicht automatisch angenehmere menschen. 😉 aber eben im durchschnitt wohl etwas intelligenter, mitfühlender, disziplinierter und konsequenter als der rest der gesellschaft.

„Veganisieren“?

Ja, die frage ist nur, wie sollte man am besten „veganisieren“? wie gesagt, ich selbst wurde eine ganze zeit u.a. durch die arroganz der schweizer veganer vom selbst vegan werden abgehalten. Und braune seitan-klumpen selber machen als alternative leuchteten mir damals auch nicht ein.

Man sollte viell. einfach geduld und nachsicht bei fleischessern und vegetariern zeigen. Und die schritt-für schritt-strategie funktionierte bei mir echt gut. Andererseits rede ich mit den leuten ganz anders (also ramme sie gern mal in den boden). 😉 hm. Es hat glaub ich auch was mit dem alter zu tun, also gewohnheiten zu ändern, wird mit dem alter eben immer schwieriger (?). glaub ich zumindest.

Viell. hilft der artikel hier ja auch bisschen, zu verstehen, was in einem fleischesser oder vegetarier so vorgeht.

Ja, also viell. werd ich den text noch paar mal ergänzen müssen, oder ich schreib mal nen 2. teil, wie das so weiter ging. Jedenfalls ist vegan werden echt spannend und macht spaß. 🙂 go vegan, leute. Für die tiere, die erde, die menschen, und für euch selbst.

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Ja also bei facebook hab ich jetzt noch zusätzlich eine gruppe für den medmob dresden gegründet, ist einfach praktischer als ne page, und man sieht, wer sich wirklich dafür interessiert, und dann viell. auch kommt (https://www.facebook.com/groups/126414710830355/).

Naja, und jemand hat bei der page interesse für einen weiteren dresdner medmob gezeigt, also… war ich so naiv zu glauben, es hätte viell. doch nochmal sinn mit dresden. 😉 ich lerns halt irgendwie nicht.

Es folgten dann einige wochen krampf mit der gruppe. Ernsthaftes interesse zeigte außer dem erstgenannten niemand, wenn auch einige leute (11) in die gruppe eintraten. Eine frau machte die ganze zeit mehr oder weniger direkt werbung für ihre yoga-gruppe, deren mitglieder (typisch für dresden) aber offenbar gern unter sich bleiben, und für medmob kein interesse zeigen, obwohl ich sie ja auch immer wieder bereits früher angemailt hab, usw.

Ja, außer, dass diese frau mit allen möglichen seltsamen sprüchen vor sich hin trollte, was wirklich sehr nervig und zeitraubend war, ist eig. garnix passiert. Also eben das typische dresdner schweigen. Nicht, dass kam „nö, ich hab keine lust, ich komm nicht“, oder ideen, kritik. Es kam einfach gar keine reaktion, auf egal, was ich in der gruppe gepostet hab. Ja, dann hab ich irgendwann mal gefragt, wieso die leute eig. in der gruppe sind, worauf dann auch einige einfach kommentarlos austraten.

Hab natürlich auch wieder über 100 leute angemailt (zentren, yoga-people, usw.), kam natürlich auch keine reaktion.

Irgendwann werd ich wohl über das alles und diese stadt sehr laut lachen können, bisschen lustig find ichs jetzt schon. 😉 aber halt auch nervig und frustrierend.

Zum event sagte dann natürlich auch niemand zu, aber auch niemand ab. Wahrsch. haben sie’s bis heute nicht gemerkt, dass sie eingeladen wurden. 😉

Eig. wollte ich ja keinen medmob mehr allein machen, aber irgendwie war ich schon so im schwung. Also bin ich am 19.8., nachmittags, einen tag nach dem berlin medmob, zur elbe. Dachte das wär cool, mal am fluß meditieren. Hatte nur nicht an die nervigen insekten gedacht. Außerdem wars unglaublich heiß. Hab mich dann weiter vom fluß zurückgezogen, mehr zu den steinen hin, da gings einigermaßen, aber angenehm wars wegen den insekten immernoch nicht. Naja, 30 min. hab ich durchgehalten. War eine der unangenehmsten meditationen bis jetzt.

Joa, also dresden kann man halt einfach in wirklich sehr vielen bereichen komplett vergessen. 😉 keine ahnung, was die leute hier eig. für ein problem mit alternativen, neuen ideen haben. Und dieses cliquen-gehabe bei jung und alt, und diese „wir kaufen nix“-mentalität… naja, „weltoffene metropole dresden“, wa. 😉 lol. Sorry, ich fang schon wieder mit meiner anti-dresden-hetze an. Nunja. Würd mich ja auch freuen, hier mal was positives berichten zu können.

Da muss jetzt schon was passieren, bis mich nochmal wer hier zu nem medmob überreden kann. aber berlin ist ja zum glück nicht so weit entfernt. Am 21.9. ist da der nächste (viell. größere, weil „germany medmob“, „world peace day“, usw.) medmob.

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Am 18.8. war in berlin das vegan-vegetarische sommerfest, und am selben tag medmob, also musste ich doch mal wieder rüber. Morgens kurz zum fest, also einmal über das gelände am alexanderplatz. Der platz, den das fest einnahm, war aber sehr übersichtlich, hätte ich mir bei berlin größer vorgestellt, und sah auch auf den fotos bei facebook usw. größer aus.

Hatte nicht viel zeit, also nen lauwarmen, nicht so tollen, aber sehr satt machenden smoothie getrunken/ gegessen (?), und schon gings zu fuß weiter zum medmob am oranienplatz, zum glück ziemlich in der nähe. Aber „in der nähe“ bedeutet bei berlin meistens mind. 40 min. laufen. 😉

Ja, zum medmob kamen dann ca. 14 leute, u.a. aus polen, irland, und vielen versch. spirituellen berliner zentren. Eig. doof, dass es bei berlin immernoch nicht um die hundert leute sind, die da zusammen kommen, versteh ich nicht so richtig, aber ja, medmob hat in deutschland eben irgendwie einen schweren stand, sogar im sommer und in einer millionenstadt.

Schön ist es, dass der berlin medmob jedesmal den standort wechselt, so dass man nach und nach die ganze stadt kennenlernt (auch, wenn man sich nur die fotos bei fb ansieht). Aber der oranienplatz war irgendwie nicht so toll. Also die atmosphäre war seltsam (schwer zu erklären), und der photograph wurde irgendwann von einem vermutlich psych. gestörten belästigt, dass er uns nicht photographieren dürfe (oder sowas ähnliches). Sonst wars aber schon ne kraftvolle, coole meditation.

Ja, dann backpack wieder auf den rücken und gewaltmarsch zurück zum sommerfest.

Naja, ich kann mit so volksfesten eben nix anfangen. Der moschinski hat auf ner bühne gekocht (schnarch), paar starke männer haben erzählt, wie sie so stark geworden sind, es gab vürstchen und so… joa. Und natürlich die obligatorischen wackligen holzbänke, und schlangen an den essensständen. 😉 just not my world. Ich glaub ich bin ganzjährig mein eigenes veganes fest, bewegung, oder so. 😉

Ich floh dann sehr bald, und zwar in ein kaufhaus nebenan (glaub es war galeria kaufhof), wirklich ein riesending, einmal mit der rolltreppe hoch und wieder runter, huuuiiii. 😉

Ja, und dann saßen da noch hare krishnas rum, mit denen musste ich mich natürlich auch unterhalten. Naja. Es hieß „frag den mönch“ auf ihrem transparent, also hab ich halt paar schwierige lebensfragen gestellt, die mir noch niemand wirklich gut beantworten konnte. Der „mönch“ strahlte mich immer nur versonnen an, sagte mir das, was hare krishnas einem immer sagen, und überhörte meine konkreten fragen einfach, bzw. hatte keine antworten. Dabei war er am essen, weshalb ich nie wusste, ob jetzt noch ne antwort kommt, oder nicht.

Und ich hab mir noch den alexanderplatz sehr lange angesehen, wie ein aquarium. Wirklich spannend, was für untersch. menschen da rumlaufen, echtes großstadtfeeling. und unglaublich schöne frauen. 😉

Am ende wieder zurück zum hauptbahnhof marschiert (mein kompass hat mir diesmal sehr geholfen), reichlich dehydriert und wieder völlig fertig, weil ich in berlin ja meistens mich weigere die bahnen zu benutzen, und das backpack war wirklich ziemlich schwer.

Kam dann wieder an der uni (jura) vorbei, und da saß wieder mein „alter freund“ vom letzten mal. Bin dann gegen meine intuition zu ihm hin, dachte der freut sich. Er hat dann wieder meine mala gesehn, und mir praktisch exakt dasselbe über osho erzählt wie beim letzten mal. Und irgendwie wusste er glaub ich auch nicht mehr, wer ich bin. Naja, eben ein verrückter, was hab ich auch erwartet. Trotzdem machte mich das traurig. Dann quasselte er wieder auf mich ein, ich wollte diesmal aber nicht wieder den zug verpassen, also ging ich nach einigen minuten einfach. Dann hat er noch „Osho war ein schwätzer! Osho war ein schwätzer!“ mir hinterher gerufen. Klingt viell. blöd, aber mich hat das ziemlich getroffen. Also, ich dachte wirklich, ich hätte da so eine art freund gefunden. Und festzustellen, dass dieser einfach geistesgestört ist… naja.

Die zugfahrt zurück war gruselig, waren viell. 4-5 waggons, vollgestopft mit „einfachen“ menschen aus dresden, mit denen ich schon hingefahren war, und die sehr laut waren. Hab mich dann soweit wie möglich entfernt von ihnen in den gang gesetzt und war traurig und hab mich einsam gefühlt.

Joa, das war mal wieder ein abenteuer in berlin. 😉

freu mich jedenfalls auf den berlin medmob am 21.9., das ist dann der 10. in berlin, der erste „germany medmob“, wo hoffentlich ein paar leute aus den anderen medmob-städten nach berlin kommen, und außerdem „world peace day“ oder so. also weltweit ne große sache.

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„Ich würd ja gern meditieren, aber ich kann nicht stillsitzen“, oder sowas ähnliches hör ich oft. Ist ja auch typisch für diese zeit, in der man mehr mit dem kopf als dem körper arbeitet. Sich dann einfach so hinzusetzen, und zen-artig 1 stunde nicht zu bewegen, ist da etwas viel verlangt. 😉

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Techniken:

1. Die QLB („quantum light breath“)-atemmeditation (von osho-schüler jeru kabbal). Hier wird 1 stunde lang intensiv und kathartisch geatmet, mithilfe einer geführten meditation mit musik. Einen vorgeschmack gibts davon bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=KD2EFyUqv08

Es gibt davon 3-4 versionen, und kann man sich kaufen.

Eine stunde lang stark atmen klingt erstmal viel, aber es ist wirklich idiotensicher (man bekommt ja vom sprecher gesagt, was man tun soll) und immer eine tolle erfahrung, in der man auch viel über sich selbst lernen kann. sie gibt auch sehr viel energie (!), aber zentriert gleichzeitig. Etwas paradox, und schwer zu erklären, also einfach selbst ausprobieren.

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2. Dynamische osho-meditationen (z.b. kundalini, dynamic). Dabei betätigt man sich den hauptteil der meditation über körperlich, springt, tanzt, und ganz am schluß erst kommt die eigentliche meditation. Kann man sich auch die cds kaufen, also dabei ist dann eine anleitung und passende rhythmische musik.

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3. Do-it-yourself. Also man kann z.b. joggen gehen, oder auf der stelle laufen/ springen, bis man nicht mehr kann, und anschließend in meditation gehen. Einige seriöse kampfsportschulen machen das auch so. wenn man körperlich wirklich erschöpft ist, hat der kopf sendepause, und meditieren wird viel leichter.

Ich habe gelesen, dass osho nach dem tod seiner mutter viel joggen gegangen ist, und danach wohl immer meditiert hat. es geht also auch ganz einfach.

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4. Sambhog-meditation. Einfach hier nachlesen:

https://shivananda1.wordpress.com/meditation/sambhog-meditation/

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Also, keine ausreden mehr: attacke. 😉

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Berlin

(Ich werde den text auch unter der rubrik “ratgeber“ veröffentlichen, wegen dem absatz am ende des artikels.)

War vor 2 wochen mal wieder relativ spontan in berlin. Und zwar zu einem arzttermin, weil ich den dresdner ärzten nicht viel zutraue, und sie z.b. von „meiner veganischen esserei“ nix halten. 😉 war dann schön den berliner dom, fernsehturm, einen friedhof und so angucken, und bin natürlich wie immer vor allem viel viel gelaufen… Und hab stolz meine osho-mala präsentiert, was in berlin geht. Gab ein paar interessierte blicke, aber keine dummen sprüche.

Abends bin ich natürlich wieder zum zug gesprintet (ja, die zugverbindung dresden-berlin ist schon echt was ganz ganz tolles…), hab mir aber noch kurz die uni von außen angeguckt. Vor der jura-fakultät saß dann ein „verrückter“, der mir natürlich gleich sympathisch war. Graue lange haare und bart, und ganz viel irres gekritzel um ihn rum, das wohl irgendwie sinn ergibt, und irgendwie auch überhaupt nicht. Er meinte, er studiert seit über 20 jahren philosophie. Tja, kann ich mir vorstellen, dass man dann irgendwann verrückt wird.

Jedenfalls unterhalte ich mich sehr gerne mit solchen leuten, also auch zeugen jehovas, hare krishnas, und was da noch so rumsteht. „manic street preachers“ eben. 🙂 Ich mag diese leute wirklich gern und hab großen respekt vor ihnen. Und es ist wirklich unschön, was die sich so anhören müssen, und meistens meinen sie es nur gut. Ich hätte mich auch sehr gern mit den salafisten unterhalten, und mir einen koran schenken lassen, aber die hab ich leider in dresden verpasst.

Der mann hat mich dann gleich auf die mala angesprochen, und wusste erstaunlich viel von osho. Er hat praktisch ohne luft zu holen auf mich eingeredet (kam dabei auch immer näher, und fasste mich irgendwann am arm), aber es war alles andere als dumm was er so erzählte. Dann hat er mir gegen meinen willen noch ein buch über religionswissenschaft geschenkt, was ich mal als zeichen Gottes interpretiere, weil ich eben gern in berlin als relig.wissenschaftler arbeiten würde.

Dann haben wir noch adressen ausgetauscht, was ziemlich verrückt war. Nämlich hat er einen alten stempel, wahrsch. aus einer berliner bibliothek oder so, der aber wohl keine eigene funktion hatte. Also da steht nur “AbbB:@rchiv:k.i.:vobü “z.B.:“:LEONARDELLL“, und er hat daraus dann wohl seine e-mail-adresse gemacht, indem er “@yahoo.de“ hinter “leonardelll“ geschrieben hat. ähm. Na jedenfalls hab ich ihm dann paar tage später tatsächlich versucht, eine mail zu schicken, und alle möglichkeiten, die gemeint gewesen sein könnten, dabei durchgespielt, aber es kam natürlich keine antwort.

Jedenfalls hab ich mich nach dem gespräch echt gut gefühlt (hab dafür aber natürlich den zug verpasst). Ich versteh mich halt mit den verrückten und „misfits“ der gesellschaft meistens am besten. Mit „normalen“ mainstream-menschen kann ich jeden tag weniger anfangen.

Mit ist in berlin auch wieder was aufgefallen, was ich schonmal in amsterdam bemerkt hab, und ich denke, das ist nicht unwichtig. Und zwar finde ich in diesen städten alles toll, also die leute, und was mir da so begegnet. Es ist eben berlin. Wohingegen ich in dresden alles ganz furchtbar finde, ich guck morgens aus dem fenster, seh rentner und glatzen, und schon krieg ich aggressionen. 😉 In berlin regnets z.b. viel öfter, aber irgendwie blend ich das einfach aus.

Will sagen: die einstellung „uns gefällt alles“ (hatte t. als spruch in ihrer wohnung hängen) wirkt wirklich wunder. Und ich denke, mit dem ständigen hass auf diese stadt (dresden) beraube ich mich selbst einiger lebensqualität. Es ist einfach anstrengend, eine ganze stadt nicht zu mögen. Und positive dinge übersieht man dadurch vermutlich viell. sogar. Also, man rechnet erst garnicht mit ihnen.

Mir fällt das immer auf, wenn ich direkt aus berlin zurück komme. Da freu ich mich über alles, auch das dresdner taxi und so, bin offen usw. Leider hält dieser zustand nicht lange an, spätestens wenn ich wen „nü nü“ sagen höre, oder ne glatze sehe, ist es vorbei. 😉 aber es wär schon cool, wenn man so einen geisteszustand immer aufrecht erhalten könnte.

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Das werd ich immer mal wieder gefragt. Also versuch ich mal eine anleitung zu schreiben.

Es gibt natürlich viele versch. techniken, dynamische, atemmeditation usw., aber ich schreib mal die einfachste, die ich auch oft mache. Ist so eine mischung aus zen, atemmed., und dem, was mir samarpan gesagt hat.

Zeit: am besten morgens, also dann hat man vom effekt den ganzen tag was. Aber natürlich kann man immer und überall, auch in jeder postition meditieren. Aber das hier ist sozusagen die anleitung für eine richtige meditations-„sitzung“.

Aufrecht auf ein meditationskissen setzen (im liegen schläft man sonst schnell ein, und die kundalini-energie wird dabei auch eher nicht aktiviert). Also es ist wichtig, dass der rücken gerade ist, aber nicht übertrieben überstreckt.

Kleidung locker, also eher trainingshose oder so, und gürtel lockern. Noch was trinken, nase putzen, kratzen, whatever, denn in der folgenden zeit sollte man wenn möglich völlig still sitzen, damit sich die energie ansammeln kann.

Als merksatz hilft mir „Sitzen wie ein tiger vor dem sprung“ (zen). Also stabilität, und ein wenig spannkraft sind sehr hilfreich.

Man kann sich angewöhnen, sich so sogar durch das ganze leben zu bewegen. Als wäre man in ständiger gefahr. Man kann sich auch vorstellen, dass jeden moment jemand bei einem einbrechen könnte, dass das haus brennt, oder whatever. Denn schließlich geht es hier ums wach sein, ums „aufwachen“, richtig? 🙂 nicht so, wie es heutzutage in durchgeballerten eso-foren gehandelt wird, sondern um ein echtes wach und bewusst sein, möglichst in jedem moment.

Ich hocke auf dem meditationskissen, also ich gehe nicht in den lotussitz o.ä., weil es einfach besser für die knie und bequemer ist. Es geht hier nicht (nur) um show, sondern um effizienz.

Die hände lege ich auf die oberschenkel. Man kann natürlich auch mudras oder so machen, wenn man spaß daran hat, aber eig. geht es nur darum, möglichst die position die ganze zeit zu halten. Es sollte also bequem und gleichzeitig sehr stabil sein.

Augen halb geschlossen, oder auch offen. Denn wenn man sie ganz schließt, ist wieder die gefahr zum wegdösen zu groß.

Ich setze mich gern direkt vor die wand, dann gibt es nicht soviele ablenkungsmöglichkeiten. Kann aber auch schön sein, z.b. beim medmob, draussen bienen und so zu beobachten.

Besonders als anfänger dürfte nach ca. 2 minuten der mind ziemlich verrückt spielen, und mit vielen geschichten kommen. Man kann die gedanken dann betrachten, so als wären sie die von einem anderen, oder wolken. Man kann sich auch kurz damit beschäftigen, das wird einem sowieso immer wieder passieren, das ist nicht schlimm. Es ist nur wichtig, dass, sobald man merkt, dass man wieder in gedanken versinkt, wieder zurück zu kommen. Und zwar zum atem und den (körper)empfindungen.

1. atem: das ist so die methode von buddha. Einfach den atem beobachten, und der mind hat eine beschäftigung. Außerdem bringt es einen zurück in die realität.
Mir hilft es dabei sehr, stärker zu atmen, ähnlich wie bei der QLB-atemmeditation. Wirkt besonders morgens wie eine coffeintablette. Aber vorsicht, zuviel energieaufbau kann besonders anfänger verwirren, bzw. nur den mind noch stärker machen.

2. gefühle fühlen: das ist so die samarpan-methode. Während der meditation kommen oft viele alte geschichten hoch. Wenn man sich jetzt nicht auf die geschichten einlässt, und nur die gefühle fühlt, die dahinter stecken, ist alles ok. Es hilft, wirklich total „ja“ zu den (teils unangenehmen) gefühlen zu sagen, mit ganzer energie, sie einladen und willkommen heißen. Dann läuft es relativ rasch durch einen hindurch, wie ein schauer. Tränen können kommen, usw., kein problem.

3. bereit sein, wirklich präsent im hier und jetzt zu sein. Also praktisch das gegenteil von der üblichen verdrängung durch fernsehen usw. Gefühle nicht wegschicken und unterdrücken. Einfach annehmen, was wirklich ist.

Wenn man abschweift, und in die gedanken geht, oder schläfrig wird: sanft wieder zurück kommen. Das ist wichtig, denn dann wird es ein sanftes hin und her schaukeln, wie wellen. Sich nicht dafür verurteilen, oder sich darüber ärgern, dass man wieder unbewusst geworden ist (das wäre nur wieder ein neuer, störender gedanke). Das ist ganz normal, und gehört dazu.

Die „härtere“ variante: sich hin und wieder kleine „schläge“ aufs bein geben. oder auch ins gesicht, wenn mans dramatisch mag. 😉 praktischer ist es natürlich, wenn jemand hinter einem mit einem zen-stick steht. 😉

Zeit: man kann sich von 15 min. langsam auf 1 stunde und mehr steigern.

Ich habe auch ein paar zeichen gefunden, wenn man es richtig macht: Nach ca. 30 min. werden die gedanken meistens ruhiger, setzen sich. Man fühlt sich klarer. Gibt auch oft ein gefühl, als würde man etwas verdauen. Man kann praktisch fühlen, wie karma abgebaut wird. 😉

Danach ist man klarer, kann besser entscheidungen treffen, schneller und besser denken, und ist mit sich selbst mehr „im reinen“, und weniger „vernebelt“. Man bekommt an einem tag mehr hin, als sonst in mehreren.

Ist jetzt doch ziemlich lang geworden. Aber ihr könnt euch ja raussuchen, was euch am meisten weiter hilft, und eure eigene methode finden. Das ist eh das beste. Wenn noch fragen sind, ich sitz hier oft.

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Anders sein in Dresden

Seit einiger zeit habe ich ja bart und haare wachsen lassen. Also, mal wieder. Diese „spirituellen eingebungen“, die dann einfach so weiter laufen, ohne, dass ich groß was dafür oder dagegen machen kann, hab ich ja öfter. Sah dann zuletzt natürlich ziemlich „wild“ und unkonventionell aus, aber auch irgendwie cool. Noch die osho-mala dazu, und ich geb nen ganz passablen sannyasin ab. wobei die mala ja nichtmal die sannyasins noch oft tragen. Von denen haben mich sogar schon einige deshalb doof angemacht. Schon irgendwie lustig. 😉 Ich trag sie trotzdem, oder jetzt erst recht, gerne.

Natürlich wurde ich deshalb hier schon öfter ausgelacht. Also in dresden muss man garnicht soo anders aussehen als die masse, die meistens keine haare auf dem kopf hat. Reicht ne lederhose, oder sonstwas, und schon freut sich der dorfpöbel. Aber neulich wars dann doch etwas heftiger.

Also es ist ja gerade hochsommer, normalerweise zieh ich da gern mein shirt aus, hab ich mich dann aber nicht getraut, wegen bart und gesamtbild und so. naja, habs dann aber doch einmal gemacht, als es wirklich sehr heiß war. Also rüber zum großen garten spaziert. War schlechtes timing, weil es gab mal wieder ein „dönämö“-spiel, und gleich neben dem park ist ja das fussballstadion.

Es war wirklich seltsam, überall leute in gelben shirts, natürlich überwiegend männer, aber auch sonst groß und klein. Irgendwie war die stimmung seltsam, als würde ganz latent intoleranz und gefahr in der luft liegen. Hab vor ner weile so einen dokumentarfilm von günter wallraff gesehn, über rassismus im heutigen deutschland, also er hat sich dafür als schwarzer verkleidet. So ziemlich dasselbe gefühl wie bei dem film hatte ich jetzt auch wieder (übrigens kommen in dem film auch dresdner fussballfans vor, wie passend). Wirklich creepy.

Bisschen gesonnt, und dann in die stadt gegangen, zu den touristen, weg von den unheimlichen fussballfans. Da kam mir dann eine ganze truppe von ca. 15 „burschenschaftern“ (das ist jetzt einfach mal geraten, waren halt glatzen und alle hatten denselben anzug an, paar fussball-leute waren auch dazwischen) entgegen. Die haben natürlich beschimpfungen gerufen, worauf ich dann stehen blieb und ihnen was von „scheiß nazis!“ hinterher rief. Es folgte (zum glück) nur das übliche dresdner schweigen und bisschen kichern. Also im sinne von „holla back“ hab ich jedenfalls meinen job getan.

Ja, also unheimlich ist in dieser stadt nichtmal, dass man ständig nazis sieht, oder nazi-sprüche oft aus allen schichten der gesellschaft hört, sondern das heimliche sympathisieren, schweigen, wegducken und weggucken der mehrheit. Das kann man hier manchmal tatsächlich schon fast körperlich spüren. Ein drückendes, unangenehmes gefühl.

Ok, also in der neustadt z.b. gibts das nicht. Und es war eben viel intensiver an dem tag, und in der nähe vom stadion. Trotzdem ne seltsame erfahrung.

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