Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Mai 2013

hm, sollte ich den text wirklich so nennen? Schöner arbeitstitel, aber… ach, was solls. 😉

ja ich weiß nicht, aber yoga-leute und ich, la grande infamous grumpy meditationslehrer, irgendwie passt das nicht. Mir geht einfach das gepose und das dauergegrinse dieser leute auf die nerven. Desweiteren ist yoga in d. nicht viel mehr als spirituelle aerobic, die von den ursprünglichen lehren vermutlich losgelöst ist und damit nicht viel zu tun hat. Es ist einfach mode, trend, „in“, was weiß ich. Gut aussehen, fit sein, um zu funktionieren.

Und da man damit auch ein bisschen geld verdienen kann, sprießen yoga-zentren überall aus dem boden. Ähnlich wie beim reiki, da kann man ja auch mit den (unglaublich sinnvollen) „graden“/ urkunden viel geld machen, sobald man selbst „reiki-lehrer“ geworden ist, indem man sich ein paar dieser jodel-diplome für sehr viel geld gekauft hat. Dann macht man nen laden auf, und haut andere leute übers ohr. Und so geht das dann eben immer weiter.

Natürlich kann man yoga auch alleine zuhause machen, aber da fehlt ja die disziplin, und bla. Ach, ich bin einfach genervt von diesem ganzen zirkus und den ach so fitten, gutaussehenden übermenschen, die hinter den kulissen eben doch nicht ganz so perfekt sind. Ich bin wenigstens immer schlecht drauf, da weiß man, woran man ist. 😉

So, aber worum geht’s denn jetzt eigentlich? Bin hier grad groß beim aufräumen, und dabei hab ich im regal ein noch eingeschweißtes buch mit dvd gefunden: „Yoga- harmonie von körper, geist und seele“ von gesine glaeser. Ja, weil natürlich war ich auch einer von denen, der jahrelang gesagt hat „ohja, yoga muss ich ja auch mal ausprobieren, aber… bla“. Habs dann auch mal probiert, mit youtube-videos. War ganz interessant, aber irgendwie war ich nicht groß begeistert.

Find das immer ganz spannend, zu manchen dingen ziehts mich automatisch stark hin, und bei anderen fühl ich einfach gar keine energie, da ist dann eben nur die idee, dass ich das mal ausprobieren müsste. Und meistens bringt das dann eben auch nicht viel. Jedenfalls hab ich seitdem nie wieder yoga gemacht, obwohl ichs natürlich schon irgendwie vor hatte. 😉

ähnlich geht’s ja wohl offenbar vielen mit meditation, wenn sie mich paar sachen fragen, ich antworte, und ich dann schon an den reaktionen merken kann, dass es sie in wirklichkeit garnicht interessiert hat, und sie eig. nur hören wollten „das ist viel zu schwer für dich, das kannst du nicht, lass es besser“. Auch wenn ich das nie sage, irgendwie hören sie sowas scheinbar trotzdem. 😉 schon lustig. Man spielt mit sich selbst verstecken.

Jedenfalls ist es ein hübsches kleines buch, die dvd ist vermutlich auch gut gemacht und so. aber sie schreibt eben auch ca. 2 seiten zu meditation. Und mal wieder in so einer art, wie ichs damals, als ich selbst mit meditation angefangen hab, oft gelesen hab, und deshalb auch immer wieder aufgehört hab.

Merksatz (im buch hervorgehoben):

Es ist unmöglich, Meditation zu unterrichten. Meditation ist ein Zustand jenseits von Worten.“ (Glaeser, Gesine: Yoga – Harmonie von Körper, Geist und Seele. Sehen – Lesen – Anwenden. Königswinter: Tandem Verlag, 2007. S. 18.)

Aha, ähm. Und was soll uns das jetzt genau sagen? Es ist also so ein kompliziert-mystischer zustand, dass mir da eh keiner helfen kann? Äh, oder wie? Ich finde, solche aussagen (auch noch hervorgehoben) verwirren und schrecken nur ab.

Viele Techniken, die zur Meditation führen, sind leicht erlernbar. Sie müssen jedoch regelmäßig praktiziert werden, wenn sie zu einem befriedigenden Ergebnis führen sollen. [Merksatz, hervorgehoben:] Regelmäßigkeit ist der wichtigste Faktor bei der Praxis von Meditation.“ (Glaeser, S. 19.)

Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht der einzige bin, der hier eigentlich schon keine lust mehr hat. 😉 das klingt nach: jeden tag 10 minuten turnen, oder… ich weiß auch nicht. Wenn ich sowas lese, geht bei mir jedenfalls alles zu, und ich denke sofort an disziplin und quälerei. Und natürlich an das schlechte gewissen, wenn man mal die meditation ausgelassen hat.

Außerdem ist das einfach ziemlicher unsinn. Meditation ist eben kein gewichtheben, bei dem die muskulatur immer wieder zurück geht, wenn man zu lang pausiert. Ich hatte phasen, in denen ich alle paar wochen oder monate, aber auch welche, wo ich wöchentlich oder täglich meditiert habe. Es ist immer anders. Wenn man die meditation roboterartig oder rituell erstarrt wie beim gottesdienst „absolviert“… nunja, davon halte ich einfach nichts, und ich glaub auch nicht, dass einem das viel bringen wird. Ganz davon abgesehn, dass man es sowieso bald wieder lassen wird.

Was ich dem aber viell. entgegensetzen würde: bewusstheit und präsenz sind das wichtigste. Und zwar jedesmal aufs neue. So ist der fluß, in den man steigt, jedesmal ein anderer. So kommt man der wirklichkeit näher. Aber ok, regelmäßigkeit kann nicht direkt schaden, und lieber mehr als weniger meditieren, aber, wenns denn weniger ist, ist das auch perfekt. Wenn jemand nur alle 6 monate aber intensiv und präsent meditiert: perfekt, mach weiter so. lass dich nicht hetzen von diesen 0815-fitness/ lifestyle-ratgebern, die heutzutage jeder depp meint, schreiben zu müssen.

Letzter punkt: das „befriedigende ergebnis“. Wo genau will diese frau eigentlich hin? 😉 im buch wird ja auch erwähnt, dass sie von irgendeinem wichtigen swami den titel „master of yoga“ „verliehen“ bekommen hat. Klingt nach einer echter erfolgsfrau, oder? Aber was hat das mit echter meditation zu tun? Wenn man in der meditation „erfolgreich“ ist, erfährt man eigentlich nur, dass dieser „erfolgsmensch“, also das „ich“ nichtmal existiert. (Na ok, sie ist ja aber auch „master of yoga“, nicht „master of meditation“.)

Weiter geht’s dann damit, dass glaeser sagt, dass ja die meisten eh nichtmal 5 minuten ruhig sitzen können. Das ist für mich wieder so ein „na toll, dann lass ichs lieber gleich“-moment. Und wieso schreibt sie dann nicht, was man deswegen tun kann? z.b. kann man sich ja auch einfach hinlegen. Klar, würd ich jetzt auch nicht empfehlen, weil man da zum einschlafen neigt, aber für 10 minuten wird’s wohl ok sein.

Sie [die meisten Menschen] verspüren das Bedürfnis, sich zu kratzen oder zu bewegen. Dabei ist die Aufmerksamkeit nach außen gelenkt, also genau das Gegenteil von dem, was Sie erreichen wollen.“ (Ebd.)

Schon wieder: es geht um erfolg, etwas schaffen, etwas erreichen. Wie wärs, einfach wahrzunehmen, mehr nicht? Wieso dieser druck?

So, jetzt kommen ihre tipps. Man soll sich ein objekt suchen, auf das man die konzentration richtet. Naja, es gibt viele meditationstechniken, und persönlich find ich diese nicht so toll.

Konzentration ist nicht leicht zu erlernen. Unterdrückte Gedanken erzeugen Spannung. […] Ein geeigneter Konzentrationsgegenstand ist der Klang Om. […] Sie können aber auch andere Inhalte wählen […].“ (Glaeser, S. 20.)

Puh, alles nicht so einfach, oder? Naja, viell. bin ich auch einfach noch nicht soweit. Naja. Ich glaub ich verschieb das mit dem meditieren doch nochmal… 😉 Ich kann mir auch vorstellen, dass Anfänger sich seltsam dabei vorkommen, „Om“ zu summen.

Ist das nicht der Fall [dass man seine Aufmerksamkeit fesseln kann], so werden Sie mit Ihren praktischen Übungen keinen großen Erfolg erzielen.“

Ja, also ich glaub ich schaff das eh nicht. Aber schade, denn ich hätte so gerne erfolg gehabt, wie die schlaue frau dings, denn so einen titel hätt ich doch schon gerne. 😉 wieder die frage: was für ein „erfolg“ soll sich denn genau bei der meditation einstellen? Ewiges glück? Dauergrinsen? Ein haus, traumpartner, yacht?

Ok, sie sagt aber da sogar im folgenden was zu: „größere kraft, größeres wissen, größere freude“ (Ebd.).

Dazu bedarf es aber regelmäßiger Praxis. Erwarten Sie also keinen sofortigen Erfolg, darauf kommt es im Yoga nicht an.“ (Ebd.)

Ok. also irgendwann werden mir dann all diese wundersamen dinge zuteil werden, wenn ich nur hartnäckig dran bleibe. Klingt alles sehr… motivierend? 😉 hm.

Und noch der letzte absatz, dann sind wir auch schon durch:

Empfehlenswert ist es, zu meditieren, wenn Sie besonders aufnahmefähig, also möglichst entspannt und ausgeruht sind. Als besonders geeignet erweist sich deshalb die Zeit nach den Yoga-Übungen oder kurz nach dem morgendlichen Aufstehen.“

Ja nö. Meditieren kann man immer und überall. Wenn man wartet, bis man perfekt ausgeglichen und fit ist, wird man vermutlich nie meditieren. Und es ist ja genau andersrum, gerade, wenn es einem nicht perfekt gut geht, kann man gucken, ob einem meditation nicht vielleicht helfen kann.

Nach dem yoga, oder allgemein nach sport: ja klar, das ist wirklich ne gute idee, weil der körper dann zu erschöpft ist, noch viele gedanken am laufen zu halten. Aber nach dem aufstehen? Da würd ich schlicht direkt wieder einschlafen. 😉

Ja also alles in allem ist das alles bestimmt nicht schlecht. Nur eben irgendwie zu glatt und professionell, zu perfekt. Wenn anleitungen so geschrieben sind, geht das irgendwie komplett an mir vorbei, zusammen mit dem gefühl, der sache von anfang an nicht gewachsen zu sein und gerecht werden zu können. Vielleicht bin ich einfach zu simpel, aber mir gefallen meine eigenen anleitungen besser, wo mehr oder weniger nur steht: „setz dich halt mal 10-30 min. hin. 10 min. sind super, 30 min. sind super, du kannst kaum was falsch machen.“ Viel mehr kann ich mir eh kaum merken. 😉

Ich wollte einfach einiges in meinem sinne richtigstellen. Denn wie gesagt, ich weiß, wie solche texte von meditation abschrecken können (zusammen mit schlaumeiern, die rausposaunen müssen, dass der bekannte vom schwippschwager ja mal ganz dolle psychosen nach einer meditation bekommen hat, und bla). Und das muss einfach nicht sein. Meditation ist nichts für besonders hochstehende spirituelle elitisten, die irgendwelche spezial-einweihungen in indien bekommen haben, und irgendwie von natur aus entspannter, gesünder, was weiß ich sind, sondern für jeden, mensch und tier, in jeder lebenssituation. Eins der größten geschenke, die man sich selbst machen kann. Auch ohne hippe kursleiter. Hm, obwohl, ich bin ja selbst irgendwie einer. Egal. 😉 hoffe mein punkt ist irgendwie angekommen.

Und yoga ist bestimmt auch ne gute sache, wenns einem spaß macht. Mir geht mehr so das drumherum und das gehabe auf die nerven. Naja, und eben, dass leute, die yoga praktizieren, oft kaum meditieren. Da fehlt mir persönlich dann der spirituelle aspekt, und wird mehr zu aerobic zum sexy aussehen.

Update: nachdem ich mir das buch und die dvd doch noch näher angesehn hab, wollt ich den text eig. garnicht mehr veröffentlichen. Also an anderer stelle schreibt die frau doch ziemlich gute sachen, die meine vorwürfe tw. entkräften (hatte das buch erst nur überflogen). Das geht sogar soweit, dass ichs nicht verschenkt hab, wie ichs eig. gleich vorhatte, sondern ich überlege jetzt sogar, ob ichs nicht nochmal mit yoga versuchen soll, insbesondere die rückenübungen könnt ich viell. echt gut gebrauchen.

Aber jetzt steckt schon soviel arbeit in dem text, dass ich ihn doch noch online stellen werde. Ist aber mehr ironisch und nicht bitter-böse/ ernst gemeint.

Read Full Post »