Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Juni 2016

Ist es nicht eig. so, dass gefühle einem auch sagen, wie grad der zustand ist, in dem man sich befindet? Also wie ein statusbericht. Wenn ich mit der hand gegen die wand schlage, und es tut weh, was sollte ich dann tun? „den schmerz fühlen“? Und dann nochmal zuschlagen, wieder „fühlen“, solange, bis ich mich mit dem schmerz angefreundet habe, denn schließlich ist es ja mein gefühl?

Oder wenn ich mit dem fahrrad einen unfall habe. Bleib ich dann erstmal liegen, und fühle solange den schmerz, bis er mir vertraut ist und nicht mehr weh tut?

Und wenn mich jemand verfolgt, was mach ich dann? Dem alarmsignal angst folgen und schneller laufen, oder doch lieber erstmal in ruhe diese angst „fühlen“?

Das sind akute beispiele, im hier und jetzt, wenn es gerade passiert. Aber passiert nicht alles andere auch im hier und jetzt und ist genauso akut? Wenn ich also im alltag auch bestimmte gefühle habe, die unangenehm sind, z.b. wenn ich weiß, dass ich was machen müsste, es aber nicht tue. Oder eben was mache, was mir selbst körperlich oder seelisch weh tut. Soll ich dann erstmal die nächsten paar jahre diese „gefühle fühlen“, also praktisch die alarmsignale und roten leuchten blöd anglotzen, nix dagegen tun, dass sie munter blinken, und hoffen, dass, wenn ich doch nur all die schmerzen mal gründlich „durchgefühlt“ habe, dass sich dann auch die ursachen dessen in luft auflösen? Und in der zwischenzeit? Wer macht den abwasch? 😉

Ich fürchte, man kann samarpans lehre an vielen stellen wunderbar falsch verstehn und auslegen, und ich hab auch desweiteren den eindruck, dass das sehr viele samarpan-anhänger gern tun. Man kann hübsch passiv da liegen, rumheulen, am besten noch in der gruppe. Und sich über die pöhse welt ärgern. Ach nein, die nimmt man ja mit verklärtem lächeln voll und ganz an, so wie sie nunmal ist. Ändern kann man ja nix. Schade, aber was soll man schon machen? …

Wirklich seltsam und auch nicht ungefährlich wird’s dann auch beim thema krankheit. Ich hatte ja z.b. eine zeitlang ganz schlimm neurodermitis. Samarpans typische antwort darauf wäre vermutlich gewesen „fühl das jucken, freunde dich mit dem gefühl an, ohne darüber nach zu denken“. Also: bleib einfach in deinem elend hocken und warte, bis alles von selbst besser wird, bzw.: gewöhn dich halt dran. Die existenz kümmert sich schon.

Naja, ich hab dann einfach angefangen, (viel) mehr wasser zu trinken usw., also mir selbst geholfen. Jetzt ist da gar kein juckreiz mehr, den ich lieben, annehmen und fühlen muss.

Und wozu denn bitte auch? 😉 das war ein alarmsignal meines körpers, schmerz, der abgeschaltet werden musste, um wieder gesund leben zu können.

Inzw. macht mich dieses eso-geschwurbel tatsächlich wütend. Und nein, ich werde jetzt nicht meine wut fühlen, sondern sie eher als motivation zum schreiben nehmen. 😉 bis sie sich wieder gelegt hat.

Ergo: wenns weh tut, ist man viell. einfach nur auf dem falschen weg. Und unangenehme, „negative“ gefühle einfach ein navigationssystem, das einem sagt, dass man dringend, akut etwas ändern muss. Liegen bleiben, rumheulen und „fühlen“ wird einen jedenfalls nicht wieder vom boden aufstehn lassen.

Vermutlich sind auch leute für die „fühl-lehre“ besonders zu haben, die gewisse masochistische charakterzüge haben. Veranlagung zu passivität, wunderglauben, opferhaltung und wenig willenskraft eignen sich auch sehr gut dafür. „der guru und die existenz hauen mich schon raus. Und wenn nicht, wollte das die existenz von anfang an so, das hätt ich eh nicht ändern können.“

klingt gruslig und erinnert bisschen an die zustände im karma-gläubigen indien? Allerdings, ja. Defätismus in reinform. o_O

Na jedenfalls war ich viell. selbst lang genug anhänger dieser irrlehre und ich hab da keine lust mehr drauf. 😉

samarpan ist eben einfach kein osho. Und tw. find ichs verantwortungslos, was er den leuten so für flausen in den kopf setzt.

Bzw., eig. müsste er ja sehen, was die leute aus seiner viell. ursprünglich guten oder gut gemeinten lehre machen, und wohin sie das bringt. Er müsste sehen können, dass viele jahrelang auf der stelle treten. Er greift aber nie ein und lässt das elend immer weiter laufen. Das ist für mich persönlich kein zeichen eines guten lehrers.

Insofern: get active, people. 😉 steht auf und lebt, von mir aus bewusst und wach, aber lebt, goddammit. 😉 und wenn sich was schlecht anfühlt: nicht jammern, sondern ändern.

Advertisements

Read Full Post »